Libet-Effekt - freie Wille als Märchen des Gehirns - UNIQ-Æternus Dokumentationsseite

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Wissenschaft d. Geistes
Ich glaube NICHT an die Freiheit des Willens!
... es versöhnt mich mit den Handlungen der Menschen, auch wenn sie mir recht schmerzlich sind.
Diese Erkenntnis von der Unfreiheit des Willens schützt mich davor,
mich selbst und die Mitmenschen als handelnde und urteilende Individuen
allzu ernst zu nehmen und den guten Humor zu verlieren.
Zitat: Albert Einstein
(Quelle: Albert Einstein - Mein Glaubensbekenntnis, 1932)


Der freie Wille als Märchen des Gehirns, des EGO-Bewusstseins

Auf dem Kongreß der europäischen neurowissenschaftlichen Vereinigung, der in Berlin stattfand, wurde großes Geschütz aufgefahren: Jedes Gefühl, jeder Gedanke, jede Erinnerung und jede Absicht - darin sind sich die meisten Neurowissenschaftler einig - lasse sich auf feinorchestrierte elektrische und biochemische Impulse zurückführen.

Mehr noch: Diese Regungen in dem rund 100 Milliarden Nervenzellen umfassenden Netzwerk des menschlichen Gehirns lassen sich oft bis zu einer Sekunde (ja manchmal sogar bis zu 10 Sekunden) früher nachweisen als sie der betreffenden Person bewußt werden (siehe auch die 3 Videos weiter unten).

Dies rührt an den Grundfesten des menschlichen Selbstverständnisses. Der Berliner Hirnforscher Gerhard Roth ist daher (wie viele anderer Forscher auch) davon überzeugt, daß wir von der Vorstellung, daß es einen freien Willen im traditionellen Sinne gibt, endgültig Abschied nehmen müssen." Zwar bestreitet niemand von den Forschern, daß der Mensch Handlungen planen und Alternativen abwägen könne. Ob, wie und wann wir dann aber schließlich handeln, bestimmen zum Großteil unbewußte Vorgänge im Gehirn. Und es zeigt sich, daß dieses Unbewußte eine viel größere Rolle spielt als bisher angenommen." (Anm.: Diese unbewussten Handlungen basieren auf Programmierungen, Konditionierungen, Glaubenssätze, Vorurteile etc. die im Laufe unserer Kindheit, unseres Lebens vor allem durch unsere Erziehungen und Erfahrungen entstanden sind.)

Das Gehirn kann nach Ansicht vieler Forscher dem menschlichen Bewußtsein sogar das Gefühl vorgaukeln, autonom zu handeln, obwohl es manipuliert wurde. Mehrere Untersuchungen weisen darauf hin, daß man den freien Willen durch gezielte Stimulationen im supplementär-motorischen Areal künstlich erzeugen kann," erklärt Gerhard Roth in Berlin. Wenn man die richtige Stelle im Gehirn reizt, heben die Leute beispielsweise ihren Arm und behaupten dann, sie hätten dies selbst aus freien Willen gemacht."

Was aber ist dann mit dem Gefühl, ein Ich zu sein? Gibt es, sagen die Forscher. Es habe mit der Evolution vom Affen zum Menschen zu tun, während der die Großhirnrinde dramatisch zugenommen hat", erläutert der Neurobiologe Wolf Singer vom Frankfurter Max-Planck-Institut für Hirnforschung. Die hinzugekommenen Hirnabschnitte ermöglichen es dem Menschen unter anderem, Bilder und Szenen vor dem geistigen Auge ablaufen zu lassen und somit die eigenen Handlungen zu planen und die anderer Menschen abzuschätzen.

Anm.: Das EGO-Bewusstsein -der Denker in uns- (wie auch das Körperbewusstsein an unser Gehirn und Nervensystem gebunden) besitzt keinen freien Willen, den freien Willen besitzt nur das Höhere Bewusstsein -der Beobachter- dieses Bewusstsein, unser wahres Selbst ist frei und nicht an den Körper gebunden. Nur dieses Bewusstsein, das wir dann bemerken, wenn der Denkprozess für kurze Zeit unterbrochen ist, ist wirklich frei. Der Beobachter (oder stille Zeuge) existiert außerhalb von Raum und Zeit, ist räumlich und zeitlich nicht lokal und nur der nichtlokale Zustand gibt den freien Willen.
Quelle: IPN.at, bz, 03.07.1998
Quelle Anm.: IPN-Forschung/Team-Eggetsberger


Kurzer Info-Video zum Thema freier Wille!

Die Experimente zeigen aber auch: Wir haben immer die Wahl , zu den automatischen Reaktionen nein zu sagen (wir sind Wählende). Der Forscher Benjamin Libet konnte erstmals in den 1980er Jahren die Behauptung der Gehirnforscher, wir seien durch unser Gehirn determiniert, experimentell bestätigt. Er hat nachgewiesen, dass unser Gehirn Aktionen auslöse, bevor diese in unser Bewusstsein gelangten. Danach ist der freie Wille wie wir ihn uns vorstellen eine Illusion. Man muss aber darauf hinweisen, dass in den gleichen Experimenten (von Libet und anderen) im Anschluss an die bewusste Erfahrung die Aktion verhindert oder zurückgenommen werden konnte. Das heißt, dass wir auf jedem Falle "Wählende" sind, wir haben die Wahl etwas durchzuführen oder den entstehenden Impuls (Gedankengang) zumeist einfach zu unterdrücken. Wir haben also in den meisten Fällen die Möglichkeit, zu der Konditionierung nein zu sagen. Der freie Wille der uns bleibt wirkt aber ganzheitlich (auch als moralische Haltung), während Einzelaktionen sehr wohl determiniert sein können.


Info-Video 2 zum Thema freier Wille!

John Dylan Haynes, Hirnforscher am Berliner Bernstein-Zentrum für Computational Neuroscience, u.a. erzählen, warum Hirnforschung so spannend ist.
Er stellte die Frage "Gibt es einen freien Willen?"
Der Befund von Libet ist damit nicht nur bestätigt, sondern sogar noch mächtig verschärft: Das Gehirn wird nicht erst 0,3 Sekunden sondern volle 7 - 10 Sekunden vor einer als bewusst erlebten Entscheidung aktiv. Eine Ewigkeit! Wie soll man sich das erklären?


Info-Video 3 zum Thema freier Wille!
Schon Sekunden vor einer bewussten Entscheidung, trifft unser Gehirn im Unbewussten vorab die Auswahl. Das Bemerkenswerte an diesem Versuch ist, dass der Zeitpunkt, zu dem uns eine Handlungsabsicht bewusst wird, in jedem Fall deutlich nach dem Punkt liegt, an dem unser motorische Kortex (für Bewegungen zuständiges Hirnareal) die Bewegung schon vorzubereiten beginnt.

 
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